Partitur des Sichtbaren - Partition du Visible - Live-Komposition für Bild, Klang und Körper

Manuela Hartel (DE) & Alexandre Dupeyron (FR)

Montag, 5. Oktober, 19 Uhr, Künstlerhaus Ganslberg, Afrikahalle, (Tickets: 35 € / erm. 10 €, Abendkasse)

Partitur des Sichtbaren 01

Das deutsch-französische Projekt „Partitur des Sichtbaren“ von Manuela Hartel (Medienkunst, Performance) und Alexandre Dupeyron (Fotografie, Kunst) startete in Münchens Partnerstadt Bordeaux im April 2026 und wird im Oktober 2026 fortgesetzt mit drei Aufführungen in München sowie Ismaning und macht am Montag, 5. Oktober, Station im Künstlerhaus Ganslberg bei Landshut.

Dupeyron und Hartel eint das Interesse an Improvisation als Grundlage demokratischer Prozesse ebenso wie an den Wechselwirkungen von Zeit, Natur und Transformation. Mit „Partitur des Sichtbaren“ verbinden sie die zeitgenössischen Szenen in Frankreich und Deutschland als eine transnationale Zusammenarbeit mit Musikern der Neuen, improvisierten und elektronischen Musik: Gunnar Geisse (DE), Verena Marisa (DE), György Kurtág jr. (FR) und Chris Martineau (FR).

Ausgehend von unterschiedlichen künstlerischen Positionen entwickeln sie eine multimediale Live-Komposition, in der Fotografie, Performance, Multimedia und Musik zu einem gemeinsamen Ganzen verschmelzen. Das Publikum wird Zeuge einer künstlerischen Praxis, in der Wahrnehmung, Interaktion und Improvisation den Verlauf des Zusammenspiels bestimmen.

Die Aufführungen in München und Ismaning werden gefördert vom Kulturreferat München und der Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung.

Organisiert wird die Veranstaltung von Serafine Lindemann (artcircolo) und Andrea Schölermann (D), in Zusammenarbeit mit Kollektiv LesAssociés (F).

Manuela Hartel, München, Medien- & Performancekünstlerin

www.manuelahartel.de

Manuela Hartel arbeitet an der Schnittstelle von Performance, Video, Raum und Musik. Sie studierte Medienkunst an der Akademie der Bildenden Künste München sowie Gesang und Performance am American Institute Wien und am Centro Professione Musica Mailand. Ihre künstlerischen Arbeiten bewegen sich zwischen immersiven Videoinstallationen, audiovisuellen Bühnenbildern und performativen Interventionen im öffentlichen Raum. Hartels Werke wurden u.a. in der Pinakothek der Moderne München, im ZKM Karlsruhe, bei MUTEK Montreal, im MoCA Shanghai, auf der Venedig Biennale, im Neuen Museum Nürnberg und im Haus der Kunst gezeigt. Sie entwickelte Auftragsarbeiten für die Bayerische Staatsoper, Staatsoper Stuttgart, Greek National Opera, Deutsche Oper am Rhein und die Münchner Philharmoniker.

Partitur des Sichtbaren 02

Ihre Performances transformieren Kirchenräume, Museen, Wälder und urbane Kulissen in temporäre Erfahrungsräume. Als Performerin arbeitet sie mit Stimme, Text, Licht und bewegtem Bild – oft in Zusammenarbeit mit Komponistinnen und Musikerinnen aus Neuer und elektronischer Musik, darunter Stavros Gasparatos, Anne Clark, Mark Andre, Rainer von Vielen u.a.

Zu ihren jüngsten Projekten zählen das raumgreifende, performative Video-Mapping für artcircolo im Schlossgarten Château d’Orion (Frankreich, 2024), eine Kooperation mit der Greek National Opera (2024) und das transformative Projekt RUACH – eine fortlaufende, künstlerische Forschung zu Inspiration und schöpferischer Präsenz, gefördert durch die Curt Wills Stiftung.

Manuela Hartel war künstlerische Mitarbeiterin an der AdBK München und lebt und arbeitet in München und am Starnberger See.

Alexandre Dupeyron

www.alexandre-dupeyron.com

Der 1983 geborene französisch-deutsche Künstler Alexandre Dupeyron entdeckte die Fotografie bereits in jungen Jahren in seiner provisorischen Dunkelkammer. Seine poetisch-assoziative Bildsprache ist geprägt von Schwarz-Weiß-Fotografie, Bewegung und einer intensiven Auseinandersetzung mit den Grenzen des Sichtbaren. Zwischen Traum und Abenteuer bewegt er sich an den Rändern der Realität und sucht nach Momenten, in denen das Vertraute ins Ungewisse kippt. In seinen Arbeiten untersucht er die Zerbrechlichkeit unserer Existenz und die verborgenen, bisweilen metaphysischen Dimensionen unserer Beziehung zur Welt. Seine fotografischen Serien kreisen um drei miteinander verbundene Themenfelder: die vom Anthropozän geprägte Stadtlandschaft, wie in „De Anima“ und „Runners of the Future“; unser sich wandelndes Verhältnis zur Natur, das in „L’Étale des Saisons“ und „Mondes Oubliés“ im Mittelpunkt steht; sowie die Suche nach Transzendenz und einer anderen Wahrnehmung der Wirklichkeit, die „The Morning After“ prägt.

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Seit 2016 erweitert Dupeyron seine fotografische Praxis durch den Dialog mit Musik. In regelmäßigen Kooperationen mit Musikern und Sounddesignern entwickelt er experimentelle Live-Filme, in denen Fotografie, Bewegung, Licht und Klang unmittelbar aufeinander reagieren. Dabei arbeitet er mit fotografischer Körnung, Überlagerungen und Zwischenbildern und versucht, den Rhythmus zwischen Bild und Musik sichtbar werden zu lassen.

„Ich versuche, das Unsichtbare zu sehen, das sich hinter allem verbirgt.“ Mit der performativen Weiterentwicklung "Dysnomia Live" führt Dupeyron diese interdisziplinäre Praxis konsequent fort. Nach mehreren Tourneen in China und Südostasien wurde das Projekt als Lauréat der Villa Albertine ausgezeichnet. Im Rahmen dieser Auszeichnung wird "Dysnomia Live" bei Pioneer Works in New York präsentiert. Das Projekt verbindet Fotografie, Klang und Live-Performance zu einer immersiven Form des visuellen Erzählens und erweitert Dupeyrons fotografische Arbeit um eine zeitbasierte, performative Dimension.